Lou

“He’s a beagle, true-bred, and one that adores me: what o’that?”
Frei nach William Shakespeare‘s Twelfth Night

Alan vom Westfalenstamm aka “Lou”
10.01.02
Kennel Club Good Citizen Scheme Silver, DD Senioren

Der Lou, oder auch Loumi, Loule, Schlumpf, Herr Lou oder unser Opi. Was ich mit diesem Hund schon erlebt habe, lässt sich kaum in Worte fassen. Wir haben gemeinsam schon halb Europa bereist, haben gemeinsam in England gewohnt, den Pierre zum Hundeliebhaber gemacht und uns gefragt wessen Idee nochmal der Zweithund war ( meine :)).

Lou ist kein einfacher Hund per se. Ich bin unendlich froh, dass ich gleich so viel mit ihm gemacht habe, als ich ihn mit 12 Wochen als Secondhandhund mit Massenzuchtvergangenheit übernommen habe. Damals war ich 15 und somit nur eingeschränkt mobil. Das ist auch der Grund warum Lou keinen Hundeführerschein hat, den hätte er nämlich mit links gemacht, aber ohne Auto war es schwierig zum Training zu kommen. Hach, was hat er mich gelehrt. Man stelle sich vor: ich habe ihn dann mit 13 Wochen von der Leine gemacht, weil alle Welt sagte, ein Welpi rennt nicht weg. Tja, die hatten ihre Rechnung ohne Lou gemacht. Er nahm die Beine in die Hand und rannte und rannte – nur um alles Mögliche zu erforschen. Er lehrte mich, was es heißt, einen absolut eigenständigen Hund dazu zu bringen auch kurzzeitig ohne Belohnung mit mir zu arbeiten und das sogar auf Turnieren. Tja, das Loule – jetzt im Alter lernt er die Menschen zu schätzen. Richtig brauchen tut er sie immer noch nicht.

Der Bub ist tiefentspannt, absolut easy zu händeln und seine Leinenführigkeit auch in Extremstsituationen (Messe) ist hinreißend. Aber er hat auch ein paar Macken, auch aufgrund seiner Vergangenheit. Er ist futterneidisch am Napf und Anfassen, wenn er Schmerzen hat, geht gar nicht. Tja, und die hatte er leider – ist jetzt aber gottseidank wieder quietschfidel. Und die 1000€ für seine Goldakkupunktur waren zwar mehrere Monatslöhne als Studentin aber die beste Investition meines Lebens.

Lou ist der Hund, der früher mein kaninchen Franzl zuerst abschleckte und ihm dann das Essen klaute, Lou ist der, den ich von Wild abrufen kann, der hemmungslos am Tisch bettelt, wenn er darf, der es jetzt im Alter genießt, massiert zu werden, der immer noch völlig Lust auf Training hat und seine Knochen nicht schont und dem ich meine ganze Hundebiographie verdanke.
Wenn andere Menschen von ihrem Once-In-a-lifetime-Hund reden, finde ich das immer irgendwie kitschig. Lou ist mein erster eigener Hund. Das wird er immer bleiben und alle anderen, die da je kommen mögen, werde ich immer mit ihm vergleichen, immer im Bewusstsein, dass sie komplett andere Individuen sind.

“Lou würde jetzt dies und jenes tun”.Das Loule, wir hatten es nicht einfach miteinander, wir zwei. Aber wir sind ein super Team geworden, verstehen uns blind und lachen uns oft über Pierre und Darwin schlapp.
Ich hoffe, dass mein Loule ururururalt wird und es ihm weiterhin so gut geht, wie jetzt. Schmerzen musste er in seinem Leben schon genug ertragen.

Was habe ich um ihn gekämpft, mit ihm gekämpft, für ihn gekämpft.
Er ist einfach mein Hund ❤

 

Lou‘s Krankengeschichte

Im Frühjahr 2010 hatte Lou einen merkwürdigen Anfall. Es war kurzzeitig nicht klar, ob er die Nacht überlebt. Unglücklicherweise war das die Nacht vor dem Mailänder Dogdance-Turnier auf dem ich hätte richten sollen. Ich konnte natürlich nicht gehen …
Nach einer langen Tierarzt-Odyssee, wo zunächst eine Vergiftung, eine Schilddrüsenunterfunktion oder Epilepsie im Raum standen, ist jetzt klar, dass Lou Neosporose hatte und zusätzlich eine mittelschwere Hüftgelenksdysplasie, die zu Verspannungen im Rückenbereich geführt hat. Diese Verspannungen kannten wir schon länger, und Lou durfte auch regelmäßig Physio genießen, jetzt kennen wir aber deren Ursache. Dank Lous guter Muskulatur wurde die HD jahrelang abgefangen, und ist erst jetzt zu Tage getreten. Glücklicherweise ist Lous betreuende Tierärztin, die auf Osteopathie spezialisiert und gleichzeitig Tierphysio ist, der Meinung, dass wir wie zuvor auch Sport machen dürfen. Nur extrem belastende Dinge wie enge Wendungen vor oder nach Sprüngen oder rasante Stopps müssen vermieden werden.. Aber darauf habe ich sowieso schon immer geachtet. Der Bub bekommt jetzt verschiedene pflanzliche Pülverchen ins Futter, bei Nässe und Kälte einen speziellen Mantel und es scheint ihm soweit gutzugehen. Wenn man weiß, was es ist, kann man eine Krankheit ja auch bekämpfen!

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