EUROPAMEISTERSCHAFT

goodboy3

Wahnsinn. Ich bin immer noch geplättet von diesem genialen Wochenende.

Aber von vorne…

Die offene Europameisterschaft im Dogdance in Deutschland abzuhalten, war eigentlich Carmen Schmids Idee. Und An der OEC 2012 in Prag, die ich gerichtet habe, durften wir das dem OEC Kommittee vorschlagen. Aserbaidschan wolte sich auch bewerben, entschied sich dann aber für die Durchführung 2015. Also bekamen wir einstimmig den Zuschlag.

Ende 2012 begann dann das Überlegen, wir klapperten Hallen ab, hatten Ideen, verwarfen diese wieder usw. Mein Favorit wäre eine Halle in Kassel gewesen, das wäre aber recht teuer gewesen. Und dann war da Carmen Schmid mit ihrer Idee, die OEC auf der Messe “Animal” in Stuttgart abzuhalten. Zunächst war ich nicht begeistert, hatte ich die OEC doch als sehr familäres Event kennengelernt. Ich suchte also nach Alternativen und es kamen Vorschläge von den Mitgliedern. Doch irgendwie wäre die OEC auf einer Messe auch eine Riesenchance für unseren Sport. Also entschied sich der Vorstand dafür.

Irgendwie fühlte ich mich jedoch diesem familiären Geist verpflichtet und suchte nach Ideen, diesen zu erhalten. Und so kam da die Idee des Teamhotels auf. Gar nicht einfach, ein hundegerechtes Hotel für um die 100 Teams zu finden – aber wir fanden es mit dem Relaxa Waldhotel Schatten in Stuttgart Büsnau. Dort sollte auch das get-together-dinner und das OEC-Meeting stattfinden…

Und weil die Homepages der OECs bisher immer auf wordpress-Basis liefen, fragte ich nach, ob ich mich um die Homepage kümmern durfte…. gesagt, getan. Axel modifizierte das Logo noch in etwas fröhlicher und entsprechend der deutschen Farben und es konnte losgehen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass ich es ins Team schaffen würde.

Das tat ich aber und wow, was eine Ehre für Deutschland im Team zu sein, im eigenen Land… Und dann noch mit dieser Mannschaft. Aber dazu später mehr 🙂
Die Homepagebetreuung lief recht entspannt an, hier und da etwas hochladen, doch das sollte sich ändern. Ich hatte gedacht, dass das ein recht einfacher Job war, hatte aber nicht daran gedacht, wie viele Teams teilnehmen würden und dass diese ihre Infos einzeln schickten… Die letzten 3 Wochen vorher war das ein Knochenjob mit mehreren Stunden pro Tag – aber im Vergleich zu Carmen Schmid hatte ich nichts zu tun 😉

Das Training mit Darwin verlief super. Wir hatten unsere wöchentlichen Tanzschulentrainings, ab und an Outdoortraining und dann St.Gallen und Freiburg, die als Generalproben gedacht waren. Wegen der OEC-Homepage und der Übersetzung meines Buches musste ich St. Gallen absagen und Sandra Roth sprang mit Lizzy ein (vielen Dank nochmal dafür!) – so blieb also Freiburg. Es passierten noch einige Patzer und ich war rundum super angespannt. Neuer Job, Buchübersetzung, OEC-Website, Training, Richten… es hätte entspannter sein dürfen, aber der Kerl war prima.

Dann gab es noch Einiges mit dem Amtsveterinär zu regeln, die Essensauswahl war unglücklich, das Richterbriefung musste über die Bühne gehen usw… und endlich war es dann soweit.
Freitag 8.00 Uhr Start des Teamtrainings… nur wir waren nicht dabei, ich musste ja arbeiten. Um 14.30 Uhr kamen wir dann endlich (mit Requisiten, 2 Hunden, Pierres Amerika-Gepäck und sonstigem Krimskrams) in Friedrichshafen los. Um ca. 17 Uhr kamen wir dann in Stuttgart an, Heather rief an, wusste nicht, wo sie hinsollte, alles war schon im OEC-Fieber 🙂
Das Training für Deutschland war natürlich längst vorbei, also übte ich kurz im Vorbereitungsring ein paar Sequenzen mit Winnie, der wie immer 100% bereit war. Und dann ging es auch schon weiter zum Dinner. Ich hatte dem Hotel versprochen, dass Dinner einzukassieren, war also schon viel früher da. Die Teilnehmer trudelten ganz unterschiedlich ein, sodass wir von 20 Uhr – 22 Uhr mit der Essensmarkenausgabe beschäftigt waren. Puuuh. Ich hatte so Kopfweh und Durst… und gab dann irgendwann auf. Um 22 Uhr noch kurz was gegessen, alle anderen waren schon fast fertig und wir saßen müde und bedröppelt rum. Mhhh… irgendwie hatte ich mir das nicht so vorgestellt…. naja, so ist das halt. Dann machte Pierre noch die Abrechnung mit dem Hotel, amit ich noch kurz relaxen konnte und wir fuhren noch 30min zu meinen Eltern zum Übernachten. Lou durfte da schon den Nachmittag verbringen, sonst hätte er so lange warten müssen, unser Opi. Dann ging’s ins Bett. Meine Nacht war schlaflos und ich träumte von meiner Choreo – das kann ja heiter werden, dachte ich…

Aber es wurde viel besser! Morgens konnte ich wirklich nur einen Bissen frühstücken, dabei ist mir Frühstück normalerweise heilig…
Mit Lou und Winnie im Gepäck ging es erst Mal zur Messe. Da war soweit alles klar, also liefen wir entspannt spazieren und packten die Jungs in ihre wohlig warmen Mäntelchen ins Auto – da können sie am besten entspannen. Um kurz vor 11 Uhr zog ich mich so langsam um. Um 12.56 sollten wir dran sein, ab 12.48 Uhr durften wir in den Vorbereitungsring. In meiner “Tribute von Panem” Kluft bekam ich dann um 11 Uhr so langsam Panik, weil ich Steffi nicht erreichte, mit der ausgemacht war, dass sie mir meine Haare inkl. eingeklippten Extensions zur typischen Katniss-Frisur frisierte. Zum Glück sprang Sandra ein und machte einen fantastischen Job! Als ich auf dem Weg war, Darwin zu holen und vorher noch schnell auf’s Klo eilte, kam mir Steffi entgegen 😉

Darwin war supercool. Ich brachte ihn kurz nochmal zum Pinkeln, was er sofort tat und ging dann mit ihm in die Team-Zone. Dort durfte er noch kurz in seiner Box etwas Kraft tanken. Von oben sah ich sie dann alle auf der Tribüne: Pierre, meine Eltern, Sabine, Yvonne und Manu – und als Überraschungsgäste Nina und Dominic – wahnsinnig genial so eine Unterstützung zu haben 😀 Ich wurde so langsam ganz ruhig.
Vor mir verließ Marina mit ihrem Gwydion den Vorbereitungsring. Verrückt, direkt nach so einem Team, das schon jahrelang immer wieder ins Finale spaziert, auf einer Europameisterschaft tanzen zu dürfen. Ich holte mein Podest und Pfeil und Bogen. Dann holte ich Darwin. Durchatmen. Komischerweise war ich im Vorbereitungsring ganz ruhig. Ich wärmte Darwin auf und fragte kurz ein paar Sequenzen ab… ich dachte, die Aufregung würde unten noch kommen.

Therese nahm mich in den Aufzu mit, mitsamt meines schweren Podests. Darwin der Schussel holte sich direkt noch eine Kopfnuss ab, weil er vorpreschte und an einen Podestfuss stiess. Unten dann ging die Tür auf und man stand in einem schmalen Korridor, gesäumt von Zuschauern. Ich durfte direkt zur Musikprobe in den Ring – mann war der riesig…. Musik lief, guuut. Ich war immer noch ruhig. Dann legte ich Podest und Pfeil+Bogen an ihren Platz. Ok, jetzt wurde es ernst. Es kribbelt heute noch in mir, wenn ich das schreibe. ich verlasse den Ring um Winnie zu holen, der mich erwartungsvoll anstrahlt… ich füttere ihm noch kurz zwei Leckerlies nach 1,2 Tricks und nehme ihm Halsband und Leine ab. Carmen Schmid erzählt gerade einem Messebesucher, wie toll der Beagle arbeitet… ich denke noch so, ohje… und dann kommt die Ansage ” Please welcome into the ring, Carmen Mayer mit Molesend Eatsalot representing Germany” – auweia, hoffentlich mach ich dem Vaterland keine Schande 😉 Naja, Darwin ist gebürtiger Brite, dann ist halt er schuld 😉

Und dann ist er da, der Applaus und das Gekreische all derer die mich kennen – Gänsehaut pur. Darwin ist wie er immer ist, fröhlich, ausgelassen, zu allem bereit. Und da steht sein Podest. Er springt direkt drauf. Guuuuut. Ich bin immer noch nicht nervös, winke sogar noch ins Publikum…. und ich mache mich bereit. Alles wird gut. Die Musik fängt an… der erste Knackpunkt: das runter- und wieder raufsteigen klappt fehlerfrei – puuh. Darwin ist fast übermotiviert, hält die Fussposition beim Wechseln ins Seitwärts nicht korrekt – völlig egal. Der Rest läuft prima, bis auf das Rückwärts, da rutscht er raus… und er nimmt die Bögen nicht gleich, war zu scharf drauf oder hat Herrle gesehen, der Fotos macht – alles wurst. Er arbeitet sich ‘nen Ast ab und ich Chaot komme viel zu früh zum Schluss, höre die Musik nicht mehr, das Pfeifen kommt gar nicht. Endposition dann irgendwann eingebaut… und es ist vorbei. Der Wahnsinn: Ich konnte jede Sekunde genießen. Krass! Ich renne im Freudentaumel zur falschen Ecke… Darwin ist superhappy, bekommt einen mega Jackpot aus Käse, Wurst und Geflügelherzen – alle um mich rum texte ich vor lauter Freude zu…. wow!

Mit Winnie gehts dann in die Teamzone die Requisiten abgeben und ihn kurz durchknuddeln. Dann zu den Fans 🙂 Riesen Freude und Jubel, Darwin schnappt sich extra Würstchen und Leckerlies, ist recht hyper…. dann raus mit ihm laufen und den ganzen Tag mit fettem Dauergrinsen im Gesicht. Meine Elter nehmen Lou mit heim, da hat er es schöner… Winnie bleibt für die Siegerehrung…
Ich sehe meine Teamkollegen, alle sind so süß. Sandra erzählt mir, dass schon 10 hinter mir sind – what? Wahnsinn! Da ist die Weltelite und ich hab schon 10 hinter mir gelassen, unser Ziel war einfach nur Spass haben und vielleicht nicht allerletzter sein. Wobei, einer muss diese ehrenvolle Aufgabe ja auch übernehmen…
Der Tag verfliegt voll, ich drücke dem restlichen Team die Daumen und es kommt zur Siegerehrung… geniales Gefühl. Wir haben uns tatsächlich den 27. Platz von 42 ertanzt. Und das Tollste, direkt zusammen mit Lisa zu feiern, die einen Platz vor uns landen, weil Lisa Foxi leider aus Versehen getreten hat…. Katrin ist bestes deutsches Team, und Johanna unser Kücken, schlägt sich super. Boah, ich fass es nicht….

Und dann Freestyle Tag. In Kurzform: Wahnsinn! Das deutsche Team hat 3 Hunde und 2 Menschen im Finale, Sandra und Lizzy führen…. OMG!!!
Und sie liefern ab, die deutschen Mädels! 10. und 7. Platz für Schwups und Pepsi mit Katja und ein unfassbar genialer 1. Platz für Sandra und Lizzy. Sandra und Lizzy, ich wüsste nicht, wer es mehr verdient hätte!!! Unsere Freestyle-Mädels werden Vize-Europameister, wir HTMer landen auf einem achtbaren 7. Platz.

Und dann noch schnell die von meiner Mum organisierten Richtergeschenke reingetragen, Siegerehrung, das Gefühl haben, dass Sandra gewinnt, die Hymne hören und vorbei ist es…

Wahnsinn!
Tausend Dank für dieses unvergessliche Ereignisse an das deutsche Team: Sandra & Lizzy, Lisa & Foxi, Katja &Pepsi&Schwups, Daniela&Monk, Johanna&Benji, Katrin&Glenty, Manu&Alex, und Melanie&Julie. Es war verrückt und genial mit euch! Und es war mir eine Ehre…

Danke an Carmen Schmid und all ihre Helfer, ohne euch wäre dies nicht möglich gewesen!
Danke an Petra Funk für das Tauschen der Speakerzeit, sodass ich Pierre noch zum Flughafen bringen konnte und für das Einweisen ins Speakern…

Hach…. um 23.00 Uhr war ich daheim, hab Unterricht vorbereitet und konnte vor lauter Adrenalin bis 2.00 Uhr nicht einschlafen…
Danke euch, was ein Wochenende!!

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