Begegnungen im Wald

Also die Umgebung hier ist ja herrlich… ganz viel Felder, Wiesen und Wald. Nur manche Gegebenheiten sind für uns etwas, sagen wir, unglücklich :).
Zum Einen hat es hier unglaublich viel Wild. So viel Rehe wie ich hier die letzten Wochen gesehen habe, habe ich mein ganzes Leben noch nicht gesehen. Die Hundis waren oft genauso verdutzt wie ich, somit konnte ich sie schnell sichern, danach war aber vorallem Darwin etwas anstrengend (“Fraule, Fraule, da sind Rehhhheeee, ich riech’s ganz genauuuu, da drüben… darf ich echt nicht? Sicher? Aber, aber… Rehhheeeee”). Das arme Bubi musste dann ein spezielles Freilauftraining mit Reh-Vorstehen durchlaufen – er war superbrav, trotzdem er gaaaanz arg vor Erregung zittern musste. Für Lou ist die Sache recht schnell gegessen: “Fraule, es riecht nach Reh – ok, wenn du mich anleinst, hab ich eh keine Chance, geh ich wieder so schnüffeln”. Nachdem ich so also den Sonntagsspaziergang verbracht habe, ab und zu beide Hunde offline, dann nur einer, dann zur Entspannung von mir keiner, begegneten wir anderen wunderlichen Wesen.

Ich stiefelte da also mit 2 angeleinten Hunden vor mich hin, da sich rechts und links vom Weg direkt Futterstellen befanden, mindestens 3 Reh-Autobahnen sich kreuzten und ich gerade keinen Nerv für Jagdhund-Watching hatte. Was begegnet uns da?! 1,2, nein 3 kleine Plüschies, irgendwas in Richtung Havaneser oder Coton de Tuléar, die wild kläfften auf uns zugerannt kommen. In einiger Entfernung dahinter eine Dame mit einem weiteren, grauen, etwas größerem Hund.

Ich bleibe am Rand stehen und warte bis sie ihre Hunde einsammelt. Denkste, das tut sie nicht. Sondern ruft von weitem: “Sind Ihre böse?” Meine lapidare Antwort, nachdem ich einen der Kläffer von Lou wegschiebe: “Normal nicht, aber wenn Ihre kläffend und knurrend auf meine zugerannt kommen …”
Lou und Darwin verhalten sich zum Glück vorbildlich, während sie ihre Hunde zusammenpflückt. Das graue Tier rast auch noch auf uns zu, Nackenhaare gestellt – na prima. Auch da steht wieder mein Bein zwischen ihrem Hund und Lou.
Ich hab nämlich keine Lust, dass so ein ungestümes, unerzogenes Etwas in meinen 10-jährigen Arthrose-Hund reinkracht.

Als ich zurück am Auto bin und Richtung Heimat fahre, begegnet sie mir auf der Straße, wild mit Flexis fuchtelnd. Würdigt mich natürlich keines Blickes. Jaja, ich weiß schon, ihre sind ja lieb….. 😀

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Loumi wird 10!

Unglaublich wie die Zeit vergeht! Ich kann mich noch genau an den Augenblick erinnern, als ich ihn das erste Mal gesehen habe, das kleine Beagle-Baby. Wer jetzt an ein Bilderbuchszenario denkt, hat weit gefehlt. Lou war nicht der Typ Welpe, der fröhlich auf einen zuläuft, oder gar in die Nase beißt. Nein, er hatte an absolut allem Interesse außer an uns. Naja, sein Schicksal meinte es auch nicht unbedingt gut mit ihm, Vermehrerwelpe, wird mit 12 Wochen von Erstbesitzern abgeben wegen Tierhaarallergie… und dann trifft er uns, und die Gerüche waren wichtiger. Er hatte die Flexi, die an seinem Geschirr hing, ganz ausgereizt. Mir hätte damals schon klar sein sollen, was für ein besonderer Kerl er ist, mit seinem ganz speziellem Wesen.Menschen brauchte er schon damals nicht unbedingt, und erst jetzt, im gesetzteren Alter lässt er Streicheleinheiten tatsächlich genussvoll über sich ergehen. Was haben wir 2 schon alles miteinander erlebt.

Mit 15 kam der Bub zu uns, er hat mich durchs Abi begleitet, den armen, damals Angst-vor-Hunden-habenden Pierre zu seinem besten Kumpel gemacht, war mit mir in England zum Wwoofen auf einem Araber-Gestüt und hat alle um den Finger gewickelt, war im Studium mein Ausgleich, in England einfach das tollste Mitglied unserer verrückten WG, ist jetzt Darwins großes Vorbild und ist schon 4 Mal mit mir umgezogen. Wir waren bisher schon zusammen in Italien, Frankreich, Österreich, der Schweiz, England und Schottland. Wir sind auf den unterschiedlichsten Dogdance-Turnieren gestartet und haben viele Menschen zum Lachen gebracht. Und “Lob Eared Lord Lou” hat das Good Citizen Scheme in Silber bestanden. Und trotzdem tut er jetzt manchmal so, als sei er schwerhörig und erlaubt sich Dinge, die er früher nie getan hätte, denn sowas tut man ja nicht.

Dieser kleine Kerl ist einfach etwas ganz Besonderes. Er hat gesundheitlich schon so viel durch und leider schlägt ihm das aufs Genüt. Er kann manchmal echt eklig sein, der Bub. Aber er ist und bleibt halt der Bub.Und wir alle hoffen, dass 2012 gesundheitlich prima für ihn wird. Genug Drama hatten wir die letzten Jahre schon. Ich wünsche mir, dass er auch in seinem neuen Lebensjahr mal wieder für einen Welpen gehalten wird. Und das noch viele, weitere Jahre mit dem älteren Herren folgen. Auf Dich, Lou! Alles, alles Gute von deiner Family!

Den Tag heute haben wir ganz in Lous Sinne verbracht. Morgens schön frühstücken und dann weiterschlafen. Ausgedehnter Spaziergang durch Wald und Wiese mit Rehgeruch in der Luft und ausnahmsweise Mäuselöcherbuddeln, Futterdummy suchen, dann heim zum Schlafen. Im Garten ein bisschen Training und lustige Rennspiele. Danach vom Sofa runter die Nachbarskatze verbellen und dann zum Abschluss einen Putenhals. Achso und ein bisschen massiert werden natürlich.

Anbei ein paar Eindrücke der letzten 10 Jahre …..
Danke für Alles, mein Loumi-Bub. Und bleib uns noch sehr lange erhalten!

Neues Zuhause

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Wir sind umgezogen 😉
Seit 27.12.11 wohnen wir jetzt in 88630 Pfullendorf. Und ja, die Postleitzahl lässt einen denken, das sei in Bayern, ist’s aber nicht. Um es graphisch darzustellen: Pfullendorf liegt in einem imaginären Dreieck zwischen Überlingen am Bodensee, Sigmaringen und Ravensburg. Drumrum gibt es viel Landschaft, also recht idyllisch, wobei jeder vermeintliche Feldweg oft die einzige Zufahrtstraße in das nächste Dorf ist…

Der Umzug ist beruflich bedingt, aber wir fühlen uns jetzt schon sehr wohl 🙂 Und eine gewisse Nähe zur Schweiz kann ja hundesporttechnisch nie schaden 😉

Oben seht ihr unser neues Zuhause, ein wahrer Traum!