Lou

 

“He’s a beagle, true-bred, and one that adores me: what o’that?”
Frei nach William Shakespeare‘s Twelfth Night

Lou ist ein Vertreter der Hunderasse Beagle. Er ist somit ein eher untypischer Dogdance-Hund, doch genau darin liegt auch der Reiz. Der kleine bunte Hund wurde am 10.01.2002 geboren. Wir haben ihn im Alter von 12 Wochen als Second-Hand-Hund von einer Familie übernommen. Diese hatte ihn leider einem Massenzüchter abgekauft und dadurch hat Lou keine ideale Welpenzeit verbracht.

Auf der einen Seite ist er ein typischer Beagle, und dann auch wieder nicht. Er ist sehr stur und eigenständig, manchmal habe ich das Gefühl, er könnte ganz gut ohne einen Menschen auskommen. Geknuddelt werden findet er ätzend und verfressen ist er nur manchmal. Grundsätzlich ist er selbstbewusst, allerdings Fremden gegenüber eher schüchtern. Und auf sein Sozialverhalten bin ich besonders stolz, denn er ist nicht kastriert und hat trotzdem keine Probleme anderen unkastrierten Rüden gegenüber.

Naja, und dass er eigentlich ein Jagdhund ist, das hat ihm wohl keiner gesagt. Kaninchen, Katzen, Mäuse, alle werden fein säuberlich abgeschleckt, wenn sie denn stillhalten und nicht allzu angsteinflößend sind…

Kurzum gesagt: er ist ein sehr eigenwilliger Kerl, und das macht „den Dicken“ umso unverwechselbarer und liebenswerter!

Und warum Dogdance mit Beagle?

Da Lou schon immer ein Clown war, und ich nie der Mensch für ein BH-Schema, haben wir uns für Dogdance entschieden. Ein Start in den Funklassen ist mit einem Beagle gut machbar, offiziell, und ohne Verstärker zu starten, erfordert viel Geduld und Übung. Wir sind sozusagen konstant daran, Lou‘s Aufmerksamkeitsspanne ohne Verstärker zu vergrößern…ein unendliches Thema :)

Naja und dementsprechend ist Lou in der Dogdance-Szene bekannt wie, naja, wie eben ein „bunter Hund“. Das hat ihm den Spitznamen „Tanzbeagle“ eingebracht, obwohl er auch des Öfteren die Zuschauer einfach nur mit Rumstehen verzückt hat, während ich versuchte mit ihm zu tanzen…naja, als Beaglehalter  lernt man früher oder später, so etwas mit Humor zu nehmen :)

Lou‘s Krankengeschichte

Im Frühjahr 2010 hatte Lou einen merkwürdigen Anfall. Es war kurzzeitig nicht klar, ob er die Nacht überlebt. Unglücklicherweise war das die Nacht vor dem Mailänder Dogdance-Turnier auf dem ich hätte richten sollen. Ich konnte natürlich nicht gehen …
Nach einer langen Tierarzt-Odyssee, wo zunächst eine Vergiftung, eine Schilddrüsenunterfunktion oder Epilepsie im Raum standen, ist jetzt klar, dass Lou Neosporose hatte und zusätzlich eine mittelschwere Hüftgelenksdysplasie, die zu Verspannungen im Rückenbereich geführt hat. Diese Verspannungen kannten wir schon länger, und Lou durfte auch regelmäßig Physio genießen, jetzt kennen wir aber deren Ursache. Dank Lous guter Muskulatur wurde die HD jahrelang abgefangen, und ist erst jetzt zu Tage getreten. Glücklicherweise ist Lous betreuende Tierärztin, die auf Osteopathie spezialisiert und gleichzeitig Tierphysio ist, der Meinung, dass wir wie zuvor auch Sport machen dürfen. Nur extrem belastende Dinge wie enge Wendungen vor oder nach Sprüngen oder rasante Stopps müssen vermieden werden.. Aber darauf habe ich sowieso schon immer geachtet. Der Bub bekommt jetzt verschiedene pflanzliche Pülverchen ins Futter, bei Nässe und Kälte einen speziellen Mantel und es scheint ihm soweit gutzugehen. Wenn man weiß, was es ist, kann man eine Krankheit ja auch bekämpfen!

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